Artur Nikodem

 
Biographie

Artur Nikodem geboren 6. Februar 1870 in Trient, gestorben 10.Februar 1940 in Innsbruck. 1885 bis 1888 Besuch der Oberrealschule in Innsbruck und Matura. Anschließend Studium an der Kunstakademie in München, dann in Mailand und Florenz; 1889 und 1890 als Eleve bei der österreichischen Marine, Mittelmeerfahrten; 1891 Aufenthalt in Paris; von Manet und Cezanne stark beeindruckt. Eintritt in den österreichischen Staatsdienst als Postbeamter; 1907 Versetzung nach Innsbruck; 1915 Einberufung zum Kriegsdienst als Telegraphenoffizier; 1916 bis 1918 Stationierung beim k. k. Truppenkommando in der Türkei. Ab 1920 als freischaffender Künstler tätig. 1937 Verfemung im nationalsozialistischen Deutschland. Teilweise Zerstörung der Nikodem-Sammlung in Nürnberg. 

 
FRAU MIT GITARRE

NR. 100
Öl
FRAUENBILDNIS

NR. 101
56X59
Öl
KIRCHGANG

NR. 102
46x34
Öl
 

 

 

Auszug aus der Zeitung " Salzburger Nachrichten "
Artur Nikodem, der in Trient geborene Altösterreicher, war in Tirol das Beispiel jener Kunstgesinnung, die darauf aus war, die Malerei von der Vorherrschaft der Außenwelt, ihrer Dinge und Situationen zu befreien und dem Bild als Eigenschöpfung die Souveränität zu erobern - jener Gesinnung, aus der kurz zuvor im Westen die Erneuerung der Kunst unseres Jahrhunderts hervorgegangen war. Der Künstler war der Farbe und ihrer Magie verpflichtet. Seine Welt war die Farbe in leuchtender Fähigkeit, im Gefüge eines festen Raumes als Ausdrucksform menschlichen Daseins und Erlebens. Seine Gemälde haben innere Größe. Seine Mittel, sie auszudrücken, waren eine große vereinfachte Form und vor allem die starktönende ungebrochene Farbe in einfachen großen Zusammenklängen als tragendes Bildelement. Seine Kunst diente weder dem Historischen noch dem Alltäglichen; das Über-Alltägliche, Zeitlose suchte er in seiner Malerei auszudrücken, die verborgene Harmonie der Dinge in Landschaft, Berg, Blume und im Menschen, jene Harmonie, die ohne Zutun des Menschen da ist, die den Menschen mit seiner Umwelt geheimnisvoll verbindet. Ausstellungen seiner Bilder in Gelsenkirchen, Nürnberg, Wien und Budapest Ende der zwanziger Jahre hatten seinen Namen über die Grenzen seiner Heimat hinausgetragen. In seinen Werken, die häufig an das Schaffen seiner Zeitgenossen im weitesten Umkreis gemahnen, dokumentiert sich sein Mühen um Stil und Ausdruck, sein Ringen mit Farbe und Form, das gerade in den letzten, von den künstlerischen Bedrängnissen der Nazi-Ära schwerbelasteten Jahren die Grenze der Konventionen sprengt und zu Leistungen vordringt, die dem Bereiche der " absoluten Malerei " zugezählt werden können.