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Auszug aus der Zeitung " Salzburger Nachrichten "
Artur Nikodem, der in Trient geborene Altösterreicher, war in Tirol das Beispiel jener Kunstgesinnung, die darauf aus war, die Malerei von der Vorherrschaft der Außenwelt, ihrer Dinge und Situationen zu befreien und dem Bild als Eigenschöpfung die Souveränität zu erobern - jener Gesinnung, aus der kurz zuvor im Westen die Erneuerung der Kunst
unseres Jahrhunderts hervorgegangen war.
Der Künstler war der Farbe und ihrer Magie verpflichtet. Seine Welt war die Farbe in leuchtender Fähigkeit, im Gefüge eines festen Raumes als Ausdrucksform menschlichen Daseins und Erlebens. Seine Gemälde haben innere Größe. Seine Mittel, sie auszudrücken, waren eine große vereinfachte Form und vor allem die starktönende ungebrochene Farbe in einfachen großen Zusammenklängen als tragendes Bildelement. Seine Kunst diente weder
dem Historischen noch dem Alltäglichen; das Über-Alltägliche, Zeitlose suchte er in seiner Malerei auszudrücken, die verborgene Harmonie der Dinge in Landschaft, Berg, Blume und im Menschen, jene Harmonie, die ohne Zutun des Menschen da ist, die den Menschen mit seiner Umwelt geheimnisvoll verbindet.
Ausstellungen seiner Bilder in Gelsenkirchen, Nürnberg, Wien und Budapest Ende der zwanziger Jahre hatten seinen Namen über die Grenzen seiner Heimat hinausgetragen.
In seinen Werken, die häufig an das Schaffen seiner Zeitgenossen im weitesten Umkreis gemahnen, dokumentiert sich sein Mühen um Stil und Ausdruck, sein Ringen mit Farbe und Form, das gerade in den letzten, von den künstlerischen Bedrängnissen der Nazi-Ära schwerbelasteten Jahren die Grenze der Konventionen sprengt und zu Leistungen vordringt, die dem Bereiche der " absoluten Malerei
" zugezählt werden können.
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